ERHARD GROSSKOPF

Komponist

  • 17.März 1934 in Berlin geboren.
  • Gymnasium in Hannover; nach verschiedenen Studienanfängen in Frankfurt/M in Medizin, Mathematik, Philosophie, dem Studium von Kirchenmusik und Komposition bei Ernst Pepping und Boris Blacher in Berlin und einer anschließenden zweijährigen Dozententätigkeit am Berliner Konservatorium lebt Grosskopf seit 1966 als freischaffender Komponist.
    Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und war dort von 2003-2008 Vizedirektor und dann bis 2012 Direktor der Sektion Musik.
  • Erhard Grosskopf war 1966/67 und 1977 Stipendiat der Villa Massimo Rom und arbeitete wiederholt im Elektronischen Studio für Sonologie der Universität Utrecht, später auch im ZKM Karlsruhe. Bereits in den 60er Jahren thematisiert er die Dimension des Raumes in der Musik. So schuf er unter anderem 1969 eine instrumental-elektronische 7-Kanal-Komposition für den deutschen Kugelpavillon bei der EXPO’70 in Osaka (>Dialectics<) und 1971 >Hörmusik<, die erste für die Berliner Philharmonie und das Berliner Philharmonische Orchester komponierte Raumkomposition, über die Heinz-Klaus Metzger 30 Jahre später äußerte: ”Der Raum, um den es in dieser Partitur geht, ist aber nicht der Raum, in dem sie realisiert wird, sondern umgekehrt der Raum, den sie realisiert; sie bringt ihn nämlich kompositorisch hervor”. Beim 'Prix d'Italia' wurde 1972 die elektronische Musik >Prozess der Veränderung< ausgezeichnet. Von 1976-1979 war Grosskopf Mitherausgeber der Zeitschrift für Kultur und Politik "Berliner Hefte", von 1978-1998 Initiator und künstlerischer Leiter der Insel Musik in Berlin, 1982-1992 Gast der Internationalen Ferienkurse Darmstadt. In Tokyo wurde 1980 sein Koto-Konzert "Slow Motion" mit Tadao Sawai und dem New Japan Philharmonic Orchestra uraufgeführt - das erste Koto-Konzert eines europäischen Komponisten. Eine viel diskutierte Aufführung gab es 1987 von seinem Ballett >Lichtknall< an der Deutschen Oper Berlin (Regie und Bild Achim Freyer, Choreographie Lucinda Childs). Es folgten 1993 die Uraufführung der >Sinfonie – Zeit der Windstille< (Auftrag des SFB/rbb, International Jury Selection der ISCM für die World Music Days’95) und 2003 als Auftrag der MaerzMusik die >Plejaden< [Sieben ähnliche Stücke für Klavier und Orchester] sowie im selben Jahr >Widerschein< für Orchester beim RBB (Musik der Gegenwart) und in den letzten Jahren die Orchesterwerke >Schatten der Engel< bei musica viva München 2009 und 2010 >...durch ein Unendliches< beim Ultraschall Festival Berlin.